91 Zettel voller Wünsche an die Politik

Heute haben wir den Spieß einmal umgedreht. Beim Demokratietag der Berufsbildenden Schulen Nienburg wollten wir nicht nur Schokolade und Kugelschreiber verteilen und den Jugendlichen erzählen, was wir politisch wichtig finden. Wir wollten von ihnen wissen, was sie selbst von Politik erwarten.

Die Idee für unsere Aktion hatte der CDU-Stadtverband Nienburg entwickelt und für den gemeinsamen Auftritt des CDU-Kreisverbandes vorbereitet. Vor Ort waren wir dann mit einem starken Team aus JUlern sowie Politikerinnen und Politikern aus verschiedenen Verbänden im Landkreis vertreten.

Mit dabei war auch unser Landratskandidat Dennis Seebode. Er nahm sich viel Zeit für die Schülerinnen und Schüler und stellte sich ausführlich ihren Fragen. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Themen – um den Landkreis, um konkrete politische Entscheidungen und natürlich auch darum, was ein Landrat eigentlich entscheiden und verändern kann.

Die BBS hatte Parteien sowie Kandidatinnen und Kandidaten für Bürgermeister- und Landratsämter zum „Markt der Möglichkeiten“ in die Aula eingeladen. Viele Schülerinnen und Schüler waren unterwegs, schauten sich die unterschiedlichen Angebote an und kamen mit den politischen Akteuren ins Gespräch.

Für unseren Stand hatten wir ein großes Plakat, jede Menge Post-its und eine Polaroidkamera mitgebracht. Unsere Frage war einfach:

Was wünscht ihr euch für eure Zukunft?

Ganz konkret, direkt auf den Zettel. Wer wollte, machte dazu ein Polaroid. Die Bilder kamen zusammen mit den Wünschen an unsere Pinwand.

Das Konzept kam an – und es ging auf. Immer mehr Post-its und Polaroids kamen dazu, die Gespräche entstanden oft direkt beim Schreiben und am Ende des Vormittags war unsere Pinwand voll. 91 Zettel mit Wünschen, Ideen und Forderungen junger Menschen an die Politik hatten wir gesammelt.

Und die haben wir natürlich nicht einfach wieder abgehängt und eingepackt. Wir haben sie ausgewertet.

Mobilität ist das große Thema

Mit 21 Nennungen steht ÖPNV und Mobilität ganz oben. Gewünscht werden bessere und häufigere Busverbindungen, bessere Möglichkeiten am Abend und am Wochenende und ganz grundsätzlich die Chance, auch ohne eigenes Auto zuverlässig von A nach B zu kommen.

Gerade für Jugendliche im ländlichen Raum ist das eine sehr konkrete Frage von Selbstständigkeit. Wer noch keinen Führerschein oder kein eigenes Auto hat, ist darauf angewiesen, dass Bus und Bahn funktionieren.

Mehr Orte und Angebote für junge Menschen

17 Zettel beschäftigen sich mit Jugend, Freizeit und Treffpunkten. Die Jugendlichen wünschen sich Orte, an denen sie sich treffen können, Möglichkeiten zum Ausgehen und Angebote, die sich ausdrücklich an Jugendliche und junge Erwachsene richten.

Weitere acht Nennungen beziehen sich ausdrücklich auf Sport und die entsprechende Infrastruktur.

Zusammengenommen ist die Botschaft deutlich: Junge Menschen wollen nicht nur hier wohnen und zur Schule gehen. Sie wollen ihre Freizeit hier verbringen, Freunde treffen, Sport treiben und etwas unternehmen können.

Schule, Bildung und Ausbildung

Zehn Nennungen betreffen Schule, Bildung und Ausbildung. Dabei geht es um die Bedingungen an den Schulen, Unterricht und Ausstattung, aber auch um Ausbildung und die Perspektiven nach der Schulzeit.

Weitere Wünsche betreffen Arbeit und wirtschaftliche Zukunft, Sicherheit, Wohnen, Umwelt und Klima, Digitalisierung sowie soziale und gesellschaftliche Fragen.

Und wer ist eigentlich zuständig?

Bei der Auswertung haben wir uns noch eine zweite Frage gestellt: Wer kann diese Wünsche eigentlich umsetzen?

Denn „die Politik“ gibt es nicht als eine einzige zuständige Stelle. Manche Entscheidungen werden direkt in Nienburg oder im Landkreis getroffen, für andere ist das Land Niedersachsen verantwortlich und wieder andere gehören auf die Bundesebene.

Gerade bei den besonders häufig genannten Themen spielt die Kommunalpolitik eine große Rolle. Busverkehr, Jugendtreffs, Sportanlagen, Freizeitangebote und viele Fragen des unmittelbaren Lebensumfeldes werden maßgeblich vor Ort entschieden.

Bei Schule und Bildung ist dagegen vor allem das Land Niedersachsen gefragt. Steuern, Rente oder bundesweite gesetzliche Regelungen sind Sache des Bundes. Und bei manchen Themen funktioniert es nur gemeinsam. Beim ÖPNV beispielsweise können Landkreis und Kommunen Angebote organisieren und mitfinanzieren, gleichzeitig braucht es finanzielle Unterstützung und Rahmenbedingungen von Land und Bund.

Die 91 Zettel nehmen wir deshalb nicht nur als Ergebnis einer gelungenen Aktion mit. Sie geben uns sehr konkret mit, was junge Menschen in unserem Landkreis beschäftigt und was sie von Politik erwarten.

Vielen Dank an alle Schülerinnen und Schüler, die mitgemacht, geschrieben, diskutiert und uns ihre Wünsche mitgegeben haben. Und vielen Dank an das Team der BBS Nienburg für die Organisation des Demokratietages und einen Vormittag, an dem Politik einmal nicht nur Antworten gegeben, sondern vor allem Fragen gestellt und zugehört hat.